Artikel teilen! Tagtraum am See: Sommer. Endlich Sommer! Ich mache die Augen auf. Das Hotelzimmer ist einfach nur toll. ...
| June 2012 | ||||||||||
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Sommer.
Endlich Sommer!
Ich mache die Augen auf. Das Hotelzimmer ist einfach nur toll.
die Decke strahlt Lust und Freude aus. Die orangen Töne gepaart mit diesen weissen Streifen, als wenn der Maler mit einem breiten Pinsel Weise farbe hier und da verteilt hätte. Einfach toll.
Ich will eigentlich nicht aufstehen. Ich mache meine Augen wieder zu. Ich rieche es. Ich rieche die Luft. Ich rieche das Wasser.
Jemand hat Rasen gemäht. Der Duft vom frischgemähtem Gras liegt in der Luft.
Ich muss lächeln. Heute muss ich an nichts denken. Die Arbeit ist weit weit weg. Mein Handy bleibt auch aus. Ich freu mich einfach nur auf ...auf nichts.
Die Sonnenstrahlen streicheln über meine Bettdecke.
Ich liebe diese Bettdecke. So leicht, kaum spürbar, aber ich brauch auch nicht mehr.
Eine leichte Brise drängt sich durch das geöffnete Fenster.
Ich weiss, wenn ich aufstehe und aus dem Fenster sehe, sehe ich nur den blauen Himmel, weite menschenleere grüne Wiesen und einen verlassenen einsamen Strand.
Hierher verirrt sich kaum jemand. Und das ist auch gut so.
Kein Lärm, keine Kinder die gleich in der Früh streiten was sie spielen sollen, keine Autos, kein Fremdenverkehr.
Es ist wie Himmel auf Erden.
Es war purer Zufall, dass ich diesen Ort gefunden habe. Ich wusste nicht wo ich hin will.
Ich stieg in ein Flugzeug, ohne wirklich ein Ziel zu haben, kam hier an und nahm ein Mietwagen. Ich wollte kein Ziel. Ich wollte keine Entscheidung. Ich wollte nur Ruhe.
Die Städte waren verschwunden, die Einsamkeit kam.
Strahlender Sonnenschein war mein Führer. Und dann kam nichts mehr. Nur Grün, blauer Himmel und der Geruch des Wassers.
Ich weiss nicht wer mich gelenkt hat, aber auf ein Mall stand ich hier.
Das Haus weiss getüncht. Offene einladende Terrassen. Kein großer Parkplatz oder Schild. Es ist toll hier!
Ich lächle. Versuche etwas zu hören, aber es ist nichts da.
Ich steig langsam aus dem Bett, die Augen immer noch geschlossen. Ich spüre jetzt die Sonnenstrahlen im Gesicht.
Greif nach meinem Shirt, zieh es an. Blind gehe ich zum Fenster, atme tief ein... und mach die Augen auf.
Der Ausblick raubt mir dem Atem. Vor mir der grüne See. Der Morgenwind lässt leichte Wellen entstehen. Die Sonnenstrahlen tanzen wie kleine wilde Geister auf dem Wasser. Hier und da Blitzt es auf. Wie tausende kleine Diamanten auf der Wasseroberfläche wird das Licht reflektiert.
Die Umgebung besteht aus Wiesen. Leichte Hügel durchziehen das Land. Die Farben kommen mir unwirklich vor. Fast muss ich das Gras anfassen, denn es ist wie gemalt. So unwirklich schön.
Ich kann mich kaum von diesem Anblick abwenden.
Mein ganzer Körper lächelt, strahlt eine Ruhe aus, die ich schon lange nicht mehr hatte.
Der Tag gehört heute mir.
Ich ziehe mir eine weiße leichte Leinenhose an und ein weites weißes Hemd. Ich fühle mich wohl und leicht.
Ich bin draußen. Vor mir das Wasser. Ein Handtuch, ein Buch, mehr brauche ich heute nicht.
Die Trauerweide am Wasser ist wie für mich da. In ihrem Schatten mache ich es mir gemütlich.
Das Gras fühlt sich weich an. Ich lege mich hin, schliesse die Augen und atme tief durch.
Keine Gespräche. Keine Gedanken. Nur ich, die Erde unter mir, die Weide und der See. Mehr nicht.
Es dauert ein paar Minuten, aber dann wird alles ruhig um mich. Ich kann die Welt um mich riechen, ich kann sie schmecken. Ich höre wie der Wind durch die Blätter rauscht. Ich kann direkt von meinem inneren Auge sehen, wie die langen dünnen, bis zum Boden reichenden Äste sich sanft im Rhythmus des Windes sich leicht biegen.
Wie ein Synphonieorchester spielen leise die Blätter ein Lied.
Es geht mir gut.
Wie ein leises kribbeln spüre ich die Erde unter mir.
Sie gibt mir Kraft und halt. Ich fühle, dass ich neue Energie bekomme.
So liege ich eine lange Weile da und verbanne jeglichen Gedanken an den Alltag.
Das Buch was ich lesen wollte ist längst vergessen.
Die Natur hat mich in ihren Fängen.
Kaum hörbar, doch deutlich nehme ich das Rauschen des Wassers war, wie es sanft am Ufer am Sand züngelt.
Die kleinen Wellen die ihre Reise beenden, verschluckt vom Boden, der wie ein immer durstiger sanfter Riese diesen See umarmt.
Ich setz mich auf, bewundere das Spiel des Lichts, das breite Spektrum an Farben, die in kleinsten Nuancen sichtbar werden.
Es ist still und doch nicht. Die Vögel zwitschern. Sie singen ein Lied der Freiheit. Sie singen von der Sehnsucht alles hinter sich zu lassen. ich höre ihnen zu. Fast ist es so, als wenn sie für mich singen.
Ich sehe bei ihrem Spiel zu, wie sie sich gegenseitig Jagen, wie sie versuchen die Weibchen mit ihrem Gesang zu beeindrucken.
Wie sie geschäftig nach Material für ihre Nester Ausschau halten.
Der Tag ist meins. Ich würde gerne immer hier bleiben.
Die Ruhe genießen, den Ausblick, die Stille.
ich weiss dass es nicht für immer ist.
Aber heute, hier und jetzt ist es. Für immer.
Was morgen ist?
Das weiss ich morgen.
Heute zählt nur eins:
Das Wasser das einladend mir ihren Wellen nach mir winkt, die große sanfte Weide die mir Schatten spendet, die Erde, die hier ihren eigenen Geruch hat und allein schon durch pure Einbildung mir da Gefühl der Stärke und der Geborgenheit gibt, das Gras das wie auf einem Gemälde in sanften Grüntönen regelrecht nach einer Berührung verlangt.
Und ich.
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